Rückblick 2014
Im Winter 2013/2014 wurde die Idee geboren mit einem Projekt die Bienen wieder in die Siedlungsgebiete und damit zu den Menschen zurückzubringen. Neben einer Erhöhung der Bienenpopulation soll damit auch die Bestäubung im Umfeld der Menschen gewährleistet werden.
Mit der Firmeneintragung am 23. März durften wir mit der Umlogierung aller Jungbienenvölker in den imkereitechnisch bestens geeigneten Polysterolbienenstock starten . Diese Bienenvölker wurden von vereidigten Bienensachverständigen der Amtsveterinäre alle auf Seuchenfreiheit untersucht.
In der zweiten Aprilwoche erfolgten die ersten Ausgaben der Bienenvölker (sozusagen die Generalprobe für uns). Danach wurde der überwiegende Teil in allen österreichischen Bundesländern mit Bienen verbracht.
Schon im April gab es die ersten massiven Schlechtwetterperioden, im Mai hat sich die Situation nicht verbessert. Wir hatten in Österreich sogenannte Beobachtungsbienenstöcke stehen. Durch Beobachtung dieser und Rückmeldungen von befreundeten Imkerkollegen bekamen wir Rückschlüsse über die Situation. Das ganze Team musste teilweise österreichweit mit Notfütterungen starten. Das durchgehend aktive Hotline-Telefon hat sich als Einrichtung für die Rückmeldungen unserer fürsorglichen Mieter sehr bewährt. Unsere Mieter waren sehr aufmerksam und wir konnten uns überzeugen, dass die Mieter immer ein Auge aufs Flugloch haben. Dadurch konnte dort, wo es wirklich notwendig war, vorrangig reagiert werden.
Nachdem die Bienenstöcke teilweise sehr leicht blieben, haben wir uns für verschiedene Regionen entschlossen die Mietzeiten zu verlängern bzw. zurückgebrachte "leichtere" Bienenstöcke z.B. an einem Platz in der Nähe von Sonnenblumen aufzustellen. Aber auch dort hat die Witterung nur teilweise mitgespielt.
Ausgehend von einem ausgegebenen Bienenstock von unter 8kg wurden Gewichtserhöhungen des Bienenstocks auf 15-20kg von den Mietern als sehr viel empfunden. Das ist was die Entwicklung der Bienenvölker und somit dem Zweck des Projekts betrifft eine tolle Angelegenheit. Die Kunden fanden das beim Öffnen des Bienenstocks nicht so toll. Der Bienenstock mit nun entwickeltem Bienenvolk wiegt mit vollen Honigraum ca. 35kg (wurde von einigen Standorten in Wien und Graz mit Nähe zu Lindenalleen erreicht). Im Bienenstock befindet sich aber 70% der Wabenfläche im Brutraum und nur 30% im Honigraum. Der Honig im Brutraum darf nicht entnommen werden, denn dieser muss bei den Bienen bleiben. Nur ein schlechter Imker würde den Bienen den Honig aus dem Brutraum wegnehmen. Erst wenn der Bienenstock ein Gewicht von mindestens 23-25kg erreicht hatte, war auch Honig im Honigraum für den Kunden erntbar eingetragen. Im Honigraum befinden sich 5 Flach-Honigrähmchen, die Platz für ca. je 1,5kg Honig haben. Also finden im Honigraum maximal 7,5-8kg Honig Platz. Einige Mieter haben leider die Welt nicht verstanden. Wir hatten aber im Wissen der technischen Voraussetzung immer die max. Honigerwartung mit 8kg Honig angegeben.
Copyright: Fam. Hofer, Graz
Kunden, deren Bienenvölker keinen oder weniger als 5kg Honig enthielten, bekamen einen "Ersatzhonig". Zum überwiegenden Teil wurde dafür "Bio-Honig" der Imkerei Mandl aus Schwechat in die Gläser eingefüllt.
Ein ganz besonderes Highlight war das "Gemeinschaftshonigschleudern" bei unserem Betreungspartner, der Imkerei Mayerhofer aus Neuaigen bei Tulln. Viele Kunden nutzten die Option, bei dieser Veranstaltung den eigenen Honig unter Anleitung und Mithilfe von der Imkerfamilie selbst aus den Waben zuschleudern und zu sieben. Die Kunden konnten danach den eigenen Honig gleich in Gläser abfüllen und mit nach Hause nehmen. (2015 ist es angedacht, auch gleich die Etiketten zu drucken)
Wie in jeder Imkerei gab es auch bei uns unterjährig den natürlichen Verlust von Bienenvölkern. Ca. 3% der Bienenköniginnen sind verloren gegangen, man spricht in der Fachsprache von einer "Weisellosigkeit". Einen Teil der Bienenvölker gelingt es, sich selbst aus der Brut eine Bienenkönigin nachzuschaffen. Einigen gelingt das nicht, dafür gibt es viele Ursachen, oft kommt die Königin beispielsweise vom Begattungsflug nicht zurück. In diesem Fall gibt es im Bienenvolk dann keine Brut mehr- durch die kurze Lebensdauer der einzelnen Bienen sind bald keine mehr im Bienenstock.
Das Medieninteresse an einem in Österreich in der Form noch nie dagewesenem Bienenprojekt war dementsprechend riesig. Wir durften viele tolle Mediengespräche führen. Da war für uns viel Neues dabei. Natürlich kamen auch kritische Stimmen zum Projekt medial zu Wort, die wir in ihren Argumentation aber sachlich restlos entkräften konnten. Ganz besonders positiv in Erinnerung blieb uns auch der Dreh und die Ausstrahlung einer Honigernte in Wien bei "Land und Leute" im ORF.
Copyright: Mayerhofer, Neuaigen
In Österreich gab es landesweit unzählige Ausbrüche von Bienenseuchen im Bereich der "normalen" Imkerei. In diesen Sperrzonen mussten alle unsere Bienenvölker ein zweites Mal auf Bienenkrankheiten untersucht werden und durften erst nach Aufhebung der Sperren zurückgebracht werden. Besonders viele Bienenvölker hatte wir in den Sperrzonen Graz und Villach stehen. Bei den Untersuchungen war KEINES unserer Bienenvölker von der Krankheit betroffen.
So kamen die Bienenvölker gesund zu den Betreuungsimkern zurück und wurden für das neue Jahr vorbereitet.
"rent a bee" wird BIO!
Wir sind derzeit in einer BIO-Umstellungsphase, die bis August des folgenden Jahres abgeschlossen werden soll. Deshalb begannen danach gleich die ersten Umlogierungen der Bienenvölker in die BIO-geeigneten Holzbienenstöcke.
Copyright: rent a bee rab GmbH
Ausblick 2015
"rent a bee" wird BIO - die entwickelten Bienenvölker werden nach und nach in Holzbienenstöcke umgesiedelt. In den Polysterolbienenstöcken erfolgt nur mehr die Jungvolkproduktion. In diesen kann kein BIO-Honig produziert werden. Diese werden im Sinne unserer sauberen Umwelt auch nicht mehr nachgekauft.
Da es viele Nachfragen gab, gibt es ab sofort die Möglichkeit, Patenschaften für Bienenvölker zu übernehmen oder Bienenvölker zu kaufen. Vorrangig soll aber die Vermietung der Bienenvölker erfolgen.
Beim Verkauf von Bienen wird darauf Wert gelegt, dass der Kunde eine Imkereiausbildung abgeschlossen hat oder einen Imker zur Betreuung im Umfeld hat.
Wir wollen nun auch noch einen Schritt weiter gehen und die ersten Bienenvölker in Holzbienenstöcken auf Naturwabenbau umstellen. Aus diesen kann der Wabenhonig wie zu Urgroßvaters Zeiten aus dem Bienenstock herausgeschnitten werden.
Was ändert sich noch im Jahr 2015? Die Kunden bekommen zusätzlich zur Hotline-Nummer auch die Kontaktdaten des regionalen Betreuungsimkers. Dadurch kann zu einem besseren direkten Kontakt im regionalen Umfeld beigetragen werden.
Es werden überdies nur mehr Aufträge in mit Betreuungsimkern abgedeckten Gebieten entgegengenommen. Wir haben nun schon ein tolles Team, wir suchen aber noch immer Betreuungsimker für einige Bereiche wie zB. die Gebiete Neunkirchen, Mur-Mürz-Tal und Linz/Umgebung. Für diese Bereich lassen wir zwar Buchungen zu, bestätigen diese aber erst wenn eine Betreuung sichergestellt ist.
Die Newsletter-Infoserien beginnen schon im Februar, spätere werden schon vorbereitet. Damit soll eine Regelmäßigkeit der Informationen an die Mieter gesichert werden. Die Termine der Bienenstockausgaben und -rücknahmen werden sehr früh und von den Betreuungsimkern vor Ort festgelegt. Kunden haben dann die Möglichkeit sich besser auf die Abholung und die Rückführungen vorzubereiten.
Für uns hat "rent a bee 2015" schon begonnen - bitte unterstützen Sie uns auch dieses Jahr